1. Aufbau des Bindegewebes

Zentrale Eiweißkette: an ihr binden sich die sog. Glycosaminoglycane (ebenfalls

Eiweiße), die am Ende negativ geladen sind.

Glycoproteine: sie lagern sich zwischen den Glycosaminoglycane als Klebstoff

an und dienen als Rezeptoren

Wasser: Wasser lagert sich zwischen die Glycoproteine und die

Glycosaminoglycane ein, daraus wird eine gelartige Substanz


Wichtig bei dieser ganzen Anordnung ist die negative Ladung.

 

1. die Ladung im gesamten Bindewebe beträgt – 270mV

2. durch die negative Ladung wird Wasser angezogen

3. An dieser Ordnung orientieren sich die Kollagenfasern und diese Ordnung ist

wichtig, da Kollagen ausschließlich Traktionskräfte aushalten kann

4. die Ladung ist wichtig für den Austausch von Elektrolyten siehe Na-K-Pumpe

5. die negative Ladung bestimmt den pH-Wert von 8,4 im Bindewebe und nur bei

einem bestimmtem pH-Wert können Stoffe aufgenommen werden (siehe pH-Wert

Änderung innerhalb des Darmes)

 

Da jede Information von Zelle zu Zelle über das Bindegewebe läuft, folgt daraus:

Der Zustand des Bindegewebes kann jede Information ändern !!!

Bsp: Hormone die in einem zu sauren pH-Wert transportiert werden verändern ihre

Struktur, mithin verhalten sie sich nicht wie das ursprünglich von der Zelle geforderte Hormon. Die Zelle erkennt es nicht als das geforderte Hormon an und gibt einen negativen Feedback auf die Hormondrüsen, dadurch verändert sich der Hormonspiegel im Blut.

Das bedeutet, jede Änderung des Zustandes des Bindegewebes, also seines pH-Wertes, seiner elektrischen Ladung, ändert auch die Aufnahmefähigkeit und die Fähigkeit zur Verstoffwechselung von Stoffen und Informationen im Bindegewebe und kann so seine Funktion beeinflußen und verändern.

Die Neuraltherapie geht davon aus, daß chronische Beschwerden durch fernliegende Störfelder (Narben) verursacht oder in Gang gehalten werden. Durch Injektion von Lokalanästhetika und/oder anderen z.B. homöopathischen Mitteln werden diese Störfelder über Reizung des vegetativen Nervensystems reguliert und harmonisiert. Die Injektion erfolgt u.a. in bestimmte Akupunkturpunkte.


2. Störfelder

Nachhaltige Veränderungen mit Narbenbildung oder chronische Entzündungen verändern wie, wir vorher gesehen haben, die negative Ladung und den pH-Wert des Bindegewebes. Zunächst geschieht dies noch lokal und der Körper kann das oft sehr gut, ohne irgendwelche Symptome zu zeigen, kompensieren. Mit der Zeit jedoch wird sich dies auf weitere Teile des Gewebes auswirken und so sich störend auf den Organismus auswirken. Durch diese Verschiebung der elektrischen Ladung und des pH-Wertes können Teile oder der gesamte Körper irritiert werden. Diese chronische Irritation bringt die Homöostase in ein labiles Gleichgewicht. Ein einziger Reiz (zuviel) kann dann das gesamte System zu einer Überreaktion bringen.

Diese Gebiete nannten die Gebrüder Huneke Störfelder.

Durch ihre Experimente mit Procain entdeckten sie, daß sie diese Felder „entstören“ konnten und somit manche Symptome zum Teil gänzlich verschwanden.

Das Procain bewirkt, daß das gestörte Gewebe, zumindest zeitweise, „neutralisiert“ wird. Während dieser Zeit kann das Gewebe wieder Information unverfälscht abgeben und wichtiger noch wieder aufnehmen. D.h. der Stoffaustausch normalisiert sich wieder. Mit der Zeit ist es möglich, daß das Bindegewebe sich wieder bis zu einem gewissen Grad regenerieren kann. Bei manchen Störfeldern genügt eine Behandlung. Meist kehren nach Abklingen der Wirkung von Procain die Symptome wieder zurück, jedoch in verminderter Stärke. Dann sollte die Behandlung wiederholt werden bis eine Stabilisierung des Gewebes erreicht ist.

Neuraltherapie erscheint also da sinnvoll, wo augenscheinliche Veränderungen im Gewebe, z.B. Narben, vorhanden sind.

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